Das Institut stellte seine Expertise im Rahmen seiner Möglichkeiten in den Dienst der Allgemeinheit. In diesem Sinne beantwortete es Gutachtenanfragen von Gerichten und Behörden und auch einmal von Amnesty International. Amnesty International hatte im Sommer 1987 eine damals progressive Frage an das Institut gerichtet: Verstößt das argentinische Gesetz über die Gehorsamspflicht gegen das Völkerrecht? Dieses Gesetz sicherte insbesondere Militärs bis zum Range eines Brigadegenerals Straffreiheit zu. Umstritten war das Gesetz vor allem deshalb, weil es Straffreiheit auch für während der Diktatur begangene flagrante Menschenrechtsverletzungen gewährte, wie grausame Folterungen und das Verschwindenlassen Hunderter von Personen. Die Anfrage war an das Institut gerichtet. Warum ich sie schließlich bearbeitete, hängt mit der damaligen Organisation und Arbeitsweise des Instituts zusammen, die ich im Folgenden skizziere.
Organisation und Arbeitsweise des Instituts: Fachreferate
Das Institut war damals nach Rechtsgebieten und Rechtssystemen aufgeteilt, mit Sachgebiets-Referaten und Länder-Referaten. Es gab Länderreferenten für eine Vielzahl von Staaten, darunter Spezialisten für Russland, China, den arabischen Raum etc., die die jeweiligen Sprachen fließend beherrschten. (Das bleibt auch zu Zeiten des Internets wichtig. Ohne Sprachkenntnisse bzw. nur aufgrund von DeepL Übersetzungen kann man fremde Rechtsordnungen nicht wirklich verstehen und findet schwerer Zugang zur Fachdiskussionen in anderen Rechtskreisen.) Von den für ein Gebiet zuständigen Referenten und Mitarbeitern des Instituts wurde erwartet, dass sie Bescheid wussten über das Rechtssystem, die Sprache und die politischen Entwicklungen in „ihren“ Ländern. Über die politische Entwicklung informierte man sich anhand der fremdsprachigen Zeitungen und Zeitschriften im Lesesaal. Parallel zu den Länder-Referaten bestanden Sachgebiets-Referate, wie z.B. Seerecht und Menschenrechtsschutz.
Die Fachreferate waren auch wichtig zur Vorbereitung der großen rechtsvergleichende Kolloquien, die regelmäßig am Institut stattfanden und der Feststellung von Völkergewohnheitsrecht dienten. Völkergewohnheitsrecht beruht auf der Praxis der Staaten und der Rechtsüberzeugung. Die Praxis der Staaten wurde anhand von Länderberichten ermittelt. Diese Länderberichte erarbeiteten eigens eingeladene ausländische Wissenschaftler, unterstützt von Fachreferenten des Instituts, die auch die sog. Querberichte, das heißt vergleichende Sachberichte und Zusammenfassungen der Diskussion erstellten.[1]
Nur an einer Einrichtung wie dem Institut, mit Fachreferenten, einer guten Bibliothek und gutem Zugang zu Dokumenten, die für die Feststellung der Staatenpraxis von Bedeutung sind, war es so möglich, die wesentlichen Rechtskreise abzudecken. Die dafür notwendige, auf gegenseitige Ergänzung angelegte Kooperation rechtfertigte nach Institutsdirektor Karl Doehring überhaupt erst die Existenz des Instituts. Denn die Rechtswissenschaften sind nicht auf teure Laborplätze angewiesen. Originelle Ideen entwickeln können die Professoren und Nachwuchsforscher auch an der Universität, an der zudem die Interdisziplinarität besser gewährleistet ist. Für die Entwicklung der Ideen braucht man keine Vielzahl an Mitarbeitern, für die Kärrnerarbeit der Feststellung der Staatenpraxis hingegen schon.

Die Autorin 1985 auf der Tunis Akademie de droit constitutionnel (Foto: privat)
Zum Zeitpunkt der Anfrage von Amnesty International war mir u.a. Lateinamerika und Menschenrechtsschutz zugeteilt. Daher wurde die Anfrage an mich weiter gereicht. Zwar hätte ich zur Abwechslung auch gerne einmal das internationale Wirtschaftsrecht betreut. Jedoch knüpfte die Zuteilung an meine Dissertation zum interamerikanischen System zum Schutz der Menschrechte an. Zudem war ich über den damaligen Präsidenten des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und späteren Richter am Internationalen Gerichtshof Thomas Buergenthal an das Institut gekommen.
Die Referentenbesprechungen
Die zuständigen Referenten stellten die aktuellen Entwicklungen und kontroversen Rechtsfragen in den verschiedenen Rechtsgebieten und Rechtssystemen im Rahmen der Referentenbesprechungen vor. Größtenteils identifizierten die Referenten berichtenswerte Vorgänge in ihren Sachbereichen selbst und meldeten ihre geplanten Beiträge bei den Direktoren an. Es kam auch vor, dass ein Direktor einen Referenten auf eine berichtenswerte Entwicklung hinwies.
Die Referentenbesprechungen fanden immer montags von 16 bis 18 Uhr unter der Leitung eines Institutsdirektors statt. Die Kurzbeiträge, überwiegend zu Urteilen nationaler und internationaler Gerichte, wurden im Kontext und im Hinblick auf die Entwicklung der Völkerrechtspraxis analysiert und in der Runde mit den anderen Institutsdirektoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern diskutiert. Dies konnte die Grundlage für Veröffentlichungen sein. Die am Institut beschäftigen Referendare und Referendarinnen mussten den Inhalt der Referentenbesprechungen in prägnanten Protokollen zusammenfassen. Deren Lektüre dürfte noch heute von Interesse sein.
Was in der Referentenbesprechung nur angerissen worden war oder unklar blieb, konnte anschließend im „Alt Hendesse“ bei Bier oder Wein wieder aufgegriffen und vertieft werden. Wer nicht hinreichend zu Wort gekommen war, konnte offen gebliebene Fragen in die Runde werfen, und zwar jenseits der leicht hierarchischen Struktur der vorangegangenen Referentenbesprechung. Anfangs gab es keinen festen Endpunkt für die Abende im „Alt Hendesse“.
Integration von Praxis, Wissenschaft und Lehre
Im Institut gingen damals internationale und nationale Richterpersönlichkeiten ebenso wie sonstige weltbekannte Koryphäen des Völkerrechts ein und aus. Thomas Buergenthal war ein Freund von Institutsdirektor Rudolf Bernhardt und oft am Institut. Jeder Mitarbeiter lernte am Institut en passant internationale Richter wie ihn, Richter des Bundesverfassungsgerichts einschließlich seiner Präsidenten, ausländische Verfassungsrichter sowie Richter und Generalanwälte des EuGH und Richter des EGMR kennen. Die Verzahnung des Instituts mit Völkerrechtspraxis und Lehre war sehr eng. Hermann Mosler war bekanntlich Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag; Rudolf Bernhardt war Richter (1981-1998), zeitweise Vize-Präsident (ab 1992) und Präsident (1998) des EGMR; Jochen Abr. Frowein war Mitglied der Europäischen Menschenrechtskommission. Hiervon erzählte er ausgiebig. Herrn Professor Bernhardt durfte ich im Öztürk-Fall zuarbeiten, wonach Verwaltungssanktionen Strafen im Sinne der EMRK sein können. Herr Bernhardt gratulierte mir, als der EGMR meiner, aber nicht seiner eigenen Auffassung entsprechend entschied.[2]
Auch die Beziehungen mit den Universitäten waren eng. Institutsdirektor Karl Doehring hatte einen vollen Lehrstuhl an der Juristenfakultät der Universität Heidelberg. Morgens war er an der Fakultät, nachmittags in seinem Büro im Institut. Dort stand jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin jederzeit die Tür offen. Auch einer ausländischen Putzfrau, die Sorgen hatte, hat er geholfen. Wiederholt war Doehring Dekan der Juristenfakultät, so im Jahr der Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum der Universität Heidelberg. Diese boten wiederum den Rahmen für Begegnungen auch des Institutsnachwuchses mit internationalen Koryphäen des Völker- und Europarechts.
MitarbeiterInnen des Instituts lehrten an der Universität. Karin Oellers-Frahm lehrte z.B. Einführung in das französische Recht an der Universität Heidelberg. Ich durfte schon vor meinem zweiten Staatsexamen die Vorlesung Einführung in das angloamerikanische Recht an der Universität Heidelberg halten, ebenso Vorlesungen zu Europarecht und Internationalen Organisationen für Nebenfachstudenten.
Weiter lud die Heidelberger Gesellschaft regelmäßig bekannte Rechtswissenschaftler zu Vorträgen in das Max-Planck-Haus ein. Anschließend gab es einen Empfang mit Wein (gestiftet von der BASF) und ein Abendessen in kleinerem Kreis. Ich habe es als großes Privileg empfunden, auf diese Weise so viele namhafte Rechtswissenschaftler kennen zu lernen und mit ihnen schon als junge Referendarin zu diskutieren.
Dabei zeigten sich auch kulturelle Unterschiede. Mit US-amerikanischen Wissenschaftlern und Richtern, die oft deutsch konnten, duzte man sich, mit den Institutsdirektoren, die man viel häufiger sah, war das damals natürlich ausgeschlossen.
Unkonventionelle Bearbeitung der Anfrage von Amnesty International
Die Hilfestellung für Amnesty International war aus zweierlei Gründen unkonventionell, inhaltlich und was die Präsentation anging. Wie anfangs schon erwähnt, war 1987 noch nicht anerkannt, dass sich aus dem allgemeinen Völkerrecht Verpflichtungen der Staaten ergeben können, bestimmte Taten zu bestrafen, die die eigenen Staatsangehörigen auf dem Staatsterritorium begehen. Dies betrachtete man vielmehr als innere Angelegenheit. Ich argumentierte damals aber in Richtung einer Verpflichtung aus allgemeinem Völkerrecht, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bestrafen. Angesichts der Praxis im Interamerikanischen System zum Schutz der Menschrechte würde eine solche Verpflichtung unter Umständen auch Amnestiegesetzen entgegenstehen.[3]
Ein Institutsdirektor bedeutete mir, dass eine so progressive These nicht als Institutsgutachten verbreitet werden solle. Wenn ich so ausschließlich unter meinem Namen argumentiere, sei aber nichts einzuwenden. Meine Thesen hatte ich in regem Austausch mit Karl Doehring erarbeitet. Er war gerade auch an kontroversen und unkonventionellen Thesen interessiert, egal ob er sie teilte oder nicht. Man musste nur, wie er so oft betonte, „schlüssig“ argumentieren. Irrelevant war auch, dass ich nicht seine, sondern Assistentin von Rudolf Bernhardt war. Intensiv mit Karl Doehring hatte ich damals diskutiert, inwiefern Völkergewohnheitsrecht aus Verträgen abgeleitet werden kann.
Präsentation durch Institutsdirektor Karl Doehring
Das Gutachten sollte ich am 21. August 1987 bei einer Pressekonferenz von Amnesty International in Stuttgart präsentieren. Hier gab es aber Bedenken seitens meines Mannes. Denn am 22. August 1987, also am darauffolgenden Tag, war der errechnete Geburtstermin für unser erstes Kind. Auch die Institutsdirektoren Doehring und Frowein hatten Bedenken gegen meine Fahrt nach Stuttgart bei einer solchen Terminkonstellation. Was tun? Karl Doehring fand eine Lösung. Er bot an, nach Stuttgart zu fahren und das Gutachten für mich zu präsentieren. So haben wir es gemacht und alle waren zufrieden, auch Amnesty International. Hiermit kommen wir zur Situation der Frauen am damaligen Institut.
Zur Situation der Frau am Institut

Frauen in der Forschung waren am MPIL lange unterrepräsentiert: José Puente, Rudolf Halberstadt, Karin Oellers-Frahm, Pierre Pescatore auf der Tagung „Völkerrecht als Rechtsordnung“ 1975 (Foto:MPIL)
Frau Dr. Karin Oellers-Frahm war lange die einzige Referentin, die halbtags am Institut tätig war. Dies galt bei vielen als ideale und vorbildhafte Lösung für eine Frau. Die Habilitation einer Frau sei kaum mit Kind und Familie vereinbar. Das musste sich später eine Institutskollegin, die extern habilitierte, von ihrem Habilitationsvater anhören.
Bei den zahlreichen Begegnungen mit den Koryphäen aus Völkerrechts- und Verfassungsrechtswissenschaft und -praxis am Institut waren Wissenschaftlerinnen kaum anzutreffende Ausnahmen. Ein angesehener deutscher Kollege sagte mir im Rahmen einer der damals häufigen akademischen Feierlichkeiten am Institut, ich sei doch viel zu schade für die Wissenschaft, ich solle lieber Kinder kriegen. Das entmutigte mich aber keineswegs. Zudem handelte es sich um einen gutwilligen Kollegen, der mich später bei Bewerbungen an Universitäten unterstützte.
Ein anderer Kollege allerdings riet mir dringend ab, mich auf einen bestimmten Lehrstuhl zu bewerben. Wenn ich das täte, müsste er mich extra schlecht reden, um sich vor der Frauenbeauftragten zu schützen, wie er sagte. Beim Fakultätsausflug wurde Institutsdirektor Doehring von Kollegen Othmar Jauernig verspottet: Man brauche an der Juristenfakultät Heidelberg keine Frauenbeauftragte, diese Funktion fülle ja der Kollege Karl Doehring aus (da er mich habilitierte). Meine Habilitationsschrift wurde nicht nur, wie üblich, von meinem Habilitationsvater Karl Doehring und einem zweiten Fakultätskollegen, Eberhard Schmidt-Assmann gelesen, sondern von allen Institutsdirektoren, also auch von den Herren Helmut Steinberger, Rudolf Bernhardt und Jochen Abr. Frowein. Denn, so einer von ihnen: Wenn man der Fakultät schon eine Frau präsentiere, müsse sie extra gut sein.
Trotzdem war es schön am Institut und es gab auch in Bezug auf die Frauenfrage hoch Erfreuliches. Sehr gefreut hatte ich mich, dass mir zum 1. August 1987 eine Referentenstelle am Institut angeboten wurde, obwohl ich am 22. August meinen ersten Sohn gebar. Alle, einschließlich aller Direktoren, waren sehr nett und verständnisvoll. Die Rede war auch vom „Institutsbaby“, da mein Sohn zum Stillen gebracht wurde. Als unser Sohn drei oder vier Jahre alt war, besuchten wir am Wochenende mindestens einmal Institutsdirektor Karl Doehring. Er arbeitete samstags regelmäßig am Institut. Karl Doehring hatte eine Zielscheibe und Pistolen für uns mitgebracht. Der kleine Sohn und wir hatten Spaß beim Schießen im Büro.
Familiäre Atmosphäre
Die Atmosphäre war damals familiär am Institut. Alle MitarbeiterInnen sollten dazu gehören, auch gerade die nicht-wissenschaftlichen. Insbesondere die Weihnachtsfeier verstand Institutsdirektor Doehring als Dank der wissenschaftlichen Mitarbeiter an die nicht-wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, die die Arbeit der Wissenschaftler erst ermöglichten.

„Die Verwaltung“: Hilde Vaupel und Gerda Wallenwein 1970er (Foto:MPIL)
Frau Wallenwein und Frau Vaupel bildeten „Die Verwaltung“ des Instituts. „Die Verwaltung“ hatte mich hilfreich angerufen und auf ein zur Vermietung stehendes Zimmer in Handschuhsheim hingewiesen, als ich neu nach Heidelberg kam. „Die Verwaltung“ hatte mich im Krankenhaus besucht, als ich kurz dort lag. „Die Verwaltung“ wusste auch, mit wem ich in Urlaub fuhr. Die elegante Frau Weinmann aus dem Vorzimmer Frowein beriet mich in Sachen Kleidung bei meinem Kuratoriumsvortrag und wies mich auf Modefehler (zu kurzes Kleid) hin.
Die Zeit am Institut als Privileg
Es war ein großes Privileg, am Institut arbeiten zu dürfen. Rudolf Bernhard, dem ich zugeordnet war, ließ mir ausreichend Zeit, meine Dissertation zu erstellen. Die Aufträge, die ich zu bearbeiteten hatte, waren stets interessant und ich konnte dabei lernen: Gutachten und wissenschaftlich interessante Zuarbeit, Mitarbeit an den von Bernhardt herausgegebenen Fontes Iuris Gentium, Artikel für das weltbekannte Lebenswerk von Institutsdirektor Bernhardt, die Encyclopedia of Public International Law (EPIL). Hinzu kommen die schon erwähnten vielfältigen Begegnungen mit der Verfassungs- und Völkerrechtsprominenz. Und wenn ich heute zu einem Kolloquium der Höchstgerichte gehe, dann treffe ich im Zweifel mindestens eine Kollegin aus der gemeinsamen Zeit am Max-Planck-Institut, so zum Beispiel die Professorinnen Anja Seibert-Fohr und Angelika Nussberger (beide EGMR) und Christine Langenfeld (BVerfG).
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[1] Vgl. zB Frowein/Stein (Hrsg.), Die Rechtsstellung von Ausländern nach staatlichem Recht und Völkerrecht, Beiträge zum ausl. öff. Recht und Völkerrecht, Bd. 94 (1987).
[2] EGMR, appl. no. 8544/79, Urt. 21.2.1984 – Öztürk/Deutschland.
[3] J. Kokott, Völkerrechtliche Beurteilung des argentinischen Gesetzes Nr. 23.521 über die Gehorsamspflicht (obediencia debida), ZaöRV 1987, 506 et seq.
Wherever possible, the Institute puts its expertise at the service of the public. Accordingly, it has provided scholarly expert opinions to courts, authorities and, on one occasion, even to Amnesty International. In the Summer of 1987, Amnesty International had brought to the Institute what was then considered a progressive question: Was Argentina’s Law of Due Obedience a violation of public international law? The law guaranteed immunity from prosecution to certain persons, most notably military personnel up to the rank of Brigadier General. The law was controversial, above all, because it granted impunity even for flagrant violations of Human Rights committed during the dictatorship, including horrific acts of torture and forced disappearances of hundreds of people. Thus, an inquiry was made to the Institute. How I ultimately came to work on it was down to the Institute’s organization and working practices at the time, which I seek to outline in the following section.
The Institute’s Organization and Working Practices: Specialist Departments
Back then, the Institute was structured by fields of law and by legal systems, with departments for different subject areas and jurisdictions. There were departments for a variety of states, including Russia, China, the Arabic countries etc., staffed by researchers fluent in their respective languages. Even now in our digital age this remains important. Even with the assistance of translation tools like DeepL, without knowledge of a country’s language, one cannot really understand how foreign jurisdictions operate and would find it challenging to access specialist discussions within other legal systems. Researchers at the Institute responsible for a subject area were expected to understand the legal system, the language, and the political developments in “their” countries. They kept up to date with political developments through the foreign language newspapers and magazines available in the reading room. Alongside the jurisdictional departments were those categorized by legal fields, such as maritime law and human rights protection.
The specialist departments were also important for the preparation of comparative law colloquia, which regularly took place at the Institute with the aim of contributing to the ascertainment of customary international law. Customary international law is based on state practice and opinio iuris. State practice was determined by country reports (Länderberichte) prepared by specially invited foreign scholars with the support of the Institute’s experts, who also prepared the so-called “cross-reports” (Querberichte) – comparative reports and summaries of the discussion.[1]
Only at an organization like the Institute, with its specialist departments, extensive library, and good access to documents pertaining to the assessment of state practice, was it possible to cover all major jurisdictions. In the view of then director Karl Doehring, this cooperation based on mutual complementarity is what justified the existence of the Institute in the first place. Legal scholarship does not require expensive lab equipment, after all. Original ideas could just as well be developed in a university, an environment where, as a matter of fact, interdisciplinarity is better facilitated. Yet, while developing ideas doesn’t require a large staff, the tedious work of assessing state practice certainly does.

The author at the Académie Internationale de Droit Constitutionnel in Tunis, 1985 (Photo: Private)
At the time of the inquiry from Amnesty International I was, among other things, assigned to Latin America and human rights protection. Hence, the inquiry was passed on to me. While I would have preferred to work on international economic law for a change, my dissertation topic was linked to the Inter-American Human Rights System. Moreover, I had come to the Institute through the then president of the Inter-American Court of Human Rights (and later judge at the International Court of Justice), Thomas Buergenthal.
Monday Meetings
The research fellows presented their findings on current developments and controversial legal questions across various fields of law and jurisdictions at the Referentenbesprechung, today also known as the Monday Meeting. For the most part, they identified noteworthy events in their respective area of expertise independently and then submitted their planned contribution to the director. However, the directors would also frequently assign a research fellow a development to report on.
The Referentenbesprechung always took place Monday from four to six o’clock and was chaired by an Institute director. The short presentations predominantly concerned judgements passed by national and international courts, which were analysed in the context of their significance for the development of international law and discussed with the other directors and researchers. This could form the basis for publications. Each time, one of the legal clerks at the Institute had to summarize the content of the meeting in a concise report; reading these may still be of interest today.
Anything that was only mentioned briefly or remained unclear, could be discussed in further detail later over a beer or glass of wine at the Alt Hendesse, a nearby restaurant. Those who had not had a chance to speak, could ask questions, bypassing the slightly hierarchical structure of the meetings. At first, there was no fixed end time for the evenings at Alt Hendesse.
Integration of Practice, Scholarship and Teaching
At the Institute in those days, national judges as well as other world-renowned luminaries of international law came and went. Thomas Buergenthal was a friend of director Rudolf Bernhardt and was often present. Every employee at the Institute came to know in passing international judges like him, judges at the German Federal Constitutional Court, including its presidents, foreign constitutional judges as well as judges and Advocate-Generals of the ECJ and judges at the ECtHR. The Institute was closely connected to the practice and teaching of public international law. Its former director Hermann Mosler was a well-known judge at the International Court of Justice in The Hague; Rudolf Bernhardt was a judge (1981 – 1998) and temporarily the Vice-President (from 1992) and President (1998) of the ECtHR; and Jochen Abr. Frowein was a member of the European Commission of Human Rights. He spoke about this at length. I was given the opportunity to support Professor Bernhardt’s work on the Öztürk case, in which the Court found that administrative sanctions can constitute penalties in the sense of the European Convention of Human Rights. Mr. Bernhardt congratulated me when the ECtHR ruled in accordance with my view, rather than his own.[2]
There were also close relationships with universities. Director Karl Doehring held a full professorship at the Law Faculty at Heidelberg University. He spent his mornings at the faculty and his afternoons in his office at the Institute, where his door was open to every employee at all hours: He had an open ear for everybody, including the cleaning staff. Doehring was repeatedly made Dean of the Faculty of Law, including during the year of the university’s 600th anniversary celebrations, which again provided the opportunity for encounters with luminaries of international and European law from all over, even for the Institute’s junior staff.
Several members of the Institute taught at the university. Mrs. Oellers-Frahm, for example, taught “Introduction to French Law” at the University of Heidelberg. Even before my second state examination, I was allowed to give the lecture “Introduction to Anglo-American Law”, as well as lectures on European Law and International Organizations for students minoring in public law.
Furthermore, the Heidelberger Gesellschaft frequently invited well-known legal scholars to give lectures in the Max-Planck-Haus. Afterwards, there was a reception with wine (sponsored by BASF) and a more exclusive dinner with a smaller circle. I felt that it was a great privilege to get to know so many renowned legal scholars in this way and to have the opportunity to engage in discussions with them, already as a young legal clerk.
At these events, cultural differences became apparent. People were on first-name terms with US scientists and judges, who often spoke German, but this was of course out of the question with the Institute directors, whom we saw much more often.
The Unconventional Processing of Amnesty International’s Inquiry
The advice we provided Amnesty International was unconventional, both in terms of content and presentation. As I mentioned earlier, it was not yet recognized in 1987 that public international law could give rise to obligations on the part of states to punish certain acts committed by their own nationals on state territory. Back then, this was regarded as an internal matter. I, however, argued in favour of an obligation under general international law to punish crimes against humanity: In view of the practice of the Inter-American system for the protection of human rights, such an obligation could potentially limit countries’ discretion regarding amnesty laws.[3]
One of the Institute’s directors made clear to me that such a progressive thesis was not to be published in an expert opinion by the Institute. If, however, I was to argue this way exclusively in my own name, there would be no objections. I had developed my thesis in lively exchange with Karl Doehring. He was particularly open to controversial and unconventional theses, regardless of whether he agreed with them. All you had to do, as he so often emphasized, was argue “coherently”. Equally irrelevant was the fact that I was not his assistant, but Rudolf Bernhardt’s. At the time, I had discussed intensively with Karl Doehring if customary international law could be derived from treaties.
The Presentation Delivered by Karl Doehring
I was meant to present the expert opinion on 21 August 1987 at a press conference held by Amnesty International in Stuttgart. This caused a fair amount of concern on the part of my husband, as the following day – 22 August 1987 – was the calculated due date for our first child. The directors of the Institute, Doehring and Frowein, also had reservations about me travelling to Stuttgart in this condition. What was to be done? It was Karl Doehring who found a solution. He offered to go to Stuttgart and present the report for me. This was a viable solution for everyone involved, including Amnesty International. This brings me to my next point – the situation of women at the Institute back then.
On Women at the Institute

Female researchers were once an exception at the Institute: José Puente, Rudolf Halberstadt, Karin Oellers-Frahm, and Pierre Pescatore at the conference „Völkerrecht als Rechtsordnung“ (“International Law as a Legal Order”, 1975 (Photo: MPIL)
For a long time, Dr. Karin Oellers-Frahm was the only legal scholar at the Institute who worked half days, which, at the time, was regarded as an ideal and exemplary solution for a woman. Many felt that for women, a habilitation would hardly be compatible with raising a family.
At the many gatherings of exponents of international and constitutional law scholarship and practice happening at the Institute, women were rare appearances. During one of the frequent academic celebrations at the Institute, a respected German colleague of mine told me that it was a pity for me to work in academia and that I should have children instead. I never let comments like these discourage me. After all, he was a well-meaning colleague who later even helped me with my applications to university positions.
Another colleague, meanwhile, strongly advised me not to apply for a particular chair. If I did, he said, he would have to badmouth me so as to “protect” himself from the equality officer. During a faculty outing, Institute director Doehring was mocked by a colleague, Othmar Jauernig: There was no need for an equality officer at the Faculty of Law in Heidelberg, he joked, as this function was filled by his colleague Karl Doehring (since he habilitated me). Not only was my habilitation thesis read (as was the norm) by my habilitation supervisor Karl Doehring and a second faculty colleague, Mr. Eberhard Schmidt-Assmann, but also by all Institute directors: Helmut Steinberger, Rudolf Bernhard, and Jochen Abr. Frowein. Because, as one of them reasoned: If one is to present a woman to the faculty, she has to be “extra good”.
In spite of all this, it was a joy to be at the Institute and there were exciting developments regarding women’s issues. For example, I was very pleased to be offered a position as a research fellow at the Institute on 1 August 1987, even though I gave birth to my first son not long after on 22 August. Everyone, including all the directors, was very kind and understanding. Because my son was brought in to breastfeed, he was even called the “Institute’s baby”. When our son was three or four years old, we visited Institute director Karl Doehring at least once each weekend, as he regularly worked at the Institute on Saturdays. Doehring had bought a target and guns for us, and my son and I often had fun shooting them in the office.
A Familiar Atmosphere

“The Administration”: Hilde Vaupel and Gerda Wallenwein, 1970s (Photo: MPIL)
In those days, the Institute had a family-like atmosphere which extended to all employees, even those in non-academic positions. Especially the annual Christmas celebrations were seen by Professor Doehring as a way for the academic staff to thank the non-academic employees for their work, without which none of the research activities at the Institute would have been possible.
“The administration” of the Institute was made up of Ms. Wallenwein and Ms. Vaupel. When I came to Heidelberg for the first time, “the administration” had helpfully rung me up and referred me to a room to rent in Handschuheim. “The administration” also visited me in hospital when I was there for a brief period. “The administration” also knew who I went on holiday with. The very elegant Ms. Weinmann, assistant to Professor Frowein, advised me on how to dress for my presentation to the Board of Trustees and saved me from a fashion faux pas (a too short dress).
My time at the Institute as a Privilege
It was a great privilege to work at the Institute. Rudolf Bernhardt, to whom I was assigned, gave me plenty of time to work on my dissertation. Moreover, the assignments I worked on were always interesting and I learnt a lot from them: Expert opinions and academically engaging research, contributions to the Fontes Iuris Gentium edited by Bernhardt, articles for the Institute director Bernhardt’s world-famous life’s work, the Encyclopedia of Public International Law (EPIL). In addition, there were the aforementioned numerous encounters I had with prominent figures in constitutional and international law. Nowadays, whenever I attend a colloquium of high court justices, I am sure to meet at least one colleague from my time at the Max Planck Institute, such as Professors Anja Seibert-Fohr and Angelika Nussberger (both at the ECtHR) or Christine Langenfeld (German Federal Constitutional Court).
Translation from the German original: Callum Hanks, Sarah Gebel
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[1] Cp. e.g. Jochen Abr. Frowein/Torsten Stein (eds.), Die Rechtsstellung von Ausländern nach staatlichem Recht und Völkerrecht, Beiträge zum ausl. öff. Recht und Völkerrecht Vol. 94, Heidelberg: Springer 1987.
[2] ECHR, Öztürk vs. Germany, App. No. 8544/79, Judgement of 21.2.1984.
[3] Juliane Kokott, Völkerrechtliche Beurteilung des argentinischen Gesetzes Nr. 23.521 über die Gehorsamspflicht (obediencia debida), HJIL 47 (1987), 506–536.