Philipp Glahé is a Historian and Assistant Professor at the Chair of Modern and Contemporary History at LMU Munich.     Alexandra Kemmerer is Senior Research Fellow and Academic Coordinator at the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law, and Head of the Institute's Berlin Office.

Alle Artikel von Philipp Glahé, Alexandra Kemmerer

Zum Tode von Jochen Abr. Frowein (8. Juni 1934 – 8. Februar 2026)

In Memory of Jochen Abr. Frowein (8 June 1934 – 8 February 2026)

Deutsch

Mit Jochen Abraham Frowein, der am Sonntag, dem 8. Februar 2026 im 92. Lebensjahr verstorben ist, haben wir einen großen Gelehrten und einen engagierten Förderer, kritischen Beobachter und aktiven Beteiligten unseres institutshistorischen Projekts MPIL100 verloren.

Bis zuletzt vertrat er Völkerrecht, Europarecht und Rechtsvergleichung wortmächtig und entschieden in der Öffentlichkeit, pflegte unbestechlich die professionelle Auseinandersetzung und nahm Anteil am Leben des Instituts. Mit analytischer Schärfe, intellektueller Offenheit und wachem Sinn für die Zeitläufte war er ein kritischer Gesprächspartner und großzügiger Mentor immer neuer Generationen junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.

1934 in Berlin geboren, war Frowein 1962 als Referent dem Institut beigetreten, wo er nach Professuren in Bochum und Bielefeld von 1981 bis 2002 als Direktor wirkte. Von 1973 bis 1993 gehörte er der Europäischen Kommission für Menschenrechte an, deren Vizepräsident er von 1981 bis 1992 war, von 1977 bis 1980 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft von 1999 bis 2002. Von 1972 bis 2004 war er Mitglied im völkerrechtswissenschaftlichen Beirat des Auswärtigen Amtes und seit 1995 Mitglied des Institut de Droit international.

Rudolf Bernhardt, Ernst Friesenhahn und Jochen Frowein auf der Tagung „Völkerrecht als Rechtsordnung“, 1975 [1]

Jochen Froweins lebenslange Verbundenheit zum MPIL zeigte sich nicht zuletzt durch seine engagierte Anteilnahme an unserem institutshistorischen Projekt MPIL100. Als aufmerksamer Zuhörer, Zeitzeuge und so kenntnisreicher wie leidenschaftlicher Diskutant  beteiligte er sich an unserer Seminarreihe „100 Jahre Öffentliches Recht” und referierte eindrucksvoll über seine eigene Biographie und über den „Wandel durch Annäherung“ im Zeichen von Willy Brandts Ostpolitik. Sein Zeugnis ermöglichte vielen und gerade auch jüngeren Kolleginnen und Kollegen am Institut eine Annäherung an die biographischen Erfahrungsräume, die seine Arbeit in Wissenschaft und Praxis geprägt hatten.

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Im Zeitzeugengespräch für unsere Reihe MPIL100 Conversation mit Philipp Glahé und Robert Stendel im Januar 2025 erzählte Frowein von seiner Zeit am Institut, als Referent und Direktor, und von den historischen Ereignissen, die er aus nächster Nähe miterleben durfte – von der Beratung bei den Vertragsverhandlungen in Moskau und Warschau bis hin zur Mitarbeit in der Europäischen Kommission für Menschenrechte. Wie stets erfüllten ihn der frühe Erfolg und der politische Einfluss seiner Habilitationsschrift „Das de-facto Regime im Völkerrecht“ auf die deutsche Ostpolitik und die Entspannungsschritte mit Stolz und Genugtuung.[2] Im Gespräch reflektierte er die Übergänge zwischen Wissenschaft, Politik und Diplomatie und schilderte die juristisch-intellektuellen Auseinandersetzungen in seiner Zeit als Habilitand am Institut, wo seine später so wirkmächtigen Thesen zunächst kontrovers aufgenommen worden waren. In der überraschenden „Begegnung“ des 91-jährigen Emeritus mit seinem jüngeren Ich als 32-jähriger Referent in dem 1966 von Marianne Grewe für den Hessischen Rundfunk auf Tonband produzierten Feature scheinen zu Beginn des Interviews Facetten einer ungemein vielschichtigen Gelehrtenpersönlichkeit auf, die uns lange in Erinnerung bleiben werden.

Jochen Frowein als Direktor in seinem Büro, 1985 [3]

Vor allem aber ist er ein zentraler Protagonist dieser Institutsgeschichte, vielfach präsent auch in den Beiträgen auf diesem Blog.

In seinem Beitrag zum Grundrechtsschutz in den Europäischen Gemeinschaften schildert Frank Schorkopf Froweins Mitautorschaft am Vedel-Bericht, der 1972 eine „scharfsichtige, analytische Bilanz des institutionellen Rahmens der Gemeinschaften“ bot, mit umfassenden Vorschlägen für eine Parlamentarisierung. Gegen Ende seiner Amtszeit als Direktor am Institut fungierte Jochen Frowein als einer der „drei Weisen“, deren Bericht im September 2000 die „Causa Austria“, die diplomatische Sanktionierung Österreichs wegen der Regierungsbeteiligung der FPÖ, beendete. Die „almost impossible mission“ der „drei Weisen“, die Constanze Jeitler beschreibt, rückte das Institut ins Zentrum der internationalen Medienöffentlichkeit und markierte einen wichtigen Schritt europäischer Verfassungsentwicklung.

Jochen Frowein, 1985 [4]

Als counsel vertrat Jochen Frowein, wie Karin Oellers-Frahm in ihrem Beitrag über das Institut und die internationale Gerichtsbarkeit schildert, vor dem Internationalen Gerichtshof im Fall „Liechtenstein gegen Deutschland“ die Bundesregierung, war im Fall „Kamerun gegen Nigeria“ eingebunden und trug im Gutachtenverfahren zur Unabhängigkeit des Kosovo die Rechtsauffassung Albaniens vor.

Robert Heuser erinnert daran, dass Jochen Frowein im April 1986, gemeinsam mit seiner Frau Lore, an der ersten Chinareise des Instituts teilnahm.

Dies sind nur einige Schlaglichter, die die enge Verwobenheit des Völkerrechtlers Jochen Frowein mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht illustrieren mögen. Beim Lesen, Hören und Schauen lassen sich viele weitere Facetten einer nachhaltigen und prägenden Symbiose von Person und Institution entdecken, in der es für Völkerrechtler:innen und Historiker:innen noch viel zu erforschen und zu entdecken gibt.

Wir sind froh und dankbar, dass Jochen Frowein selbst diesen Prozess der institutionellen Rückschau und reflexiven Historisierung engagiert und sachkundig unterstützt und begleitet hat – mit jener genau prüfenden intellektuellen Offenheit, die ihn bis zum Ende auszeichnete.

***

[1] Foto: MPIL.

[2] Jochen Abr. Frowein, Das de facto-Regime im Völkerrecht. Eine Untersuchung zur Rechtsstellung ‘nichtanerkannter Staaten’ und ähnlicher Gebilde, Köln: Heymann 1968.

[3] Foto: MPIL.

[4] Foto: MPIL.

English

With the passing of Jochen Abraham Frowein on Sunday, 8 February 2026, at the age of 92, we have lost a great scholar and a committed supporter, critical observer and active participant in the MPIL100 project.

Until the very end, he was an eloquent and decisive exponent of international law, European law, and comparative law, committed to professional debate and taking an active interest in Institute life. With analytical acuity, intellectual openness, and an alert sense of the times, he was an avid participant in controversial debates and, at the same time, a generous mentor to ever-new generations of young scholars.

Born in Berlin in 1934, Frowein joined the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law (MPIL) as a research fellow in 1962, and later went on to serve as its director from 1981 to 2002 after holding professorships in Bochum and Bielefeld. From 1973 to 1993, he was a member of the European Commission for Human Rights, serving as its vice-president from 1981 to 1992. From 1977 to 1980, he was vice-president of the Deutsche Forschungsgemeinschaft and vice-president of the Max Planck Society from 1999 to 2002. From 1972 to 2004, he was a member of the Advisory Council on International Law of the Federal Foreign Office and, since 1995, a member of the Institut de Droit international.

Rudolf Bernhardt, Ernst Friesenhahn, and Jochen Frowein at a conference on „International Law as a Legal Order“ („Völkerrecht als Rechtsordnung“), 1975 [1]

Jochen Frowein’s lifelong ties to the MPIL were exemplified not least in his enthusiastic participation in our MPIL100 project aiming to explore the Institute’s multifaceted history. As an attentive listener, contemporary witness, and knowledgeable and passionate discussant, he participated in our seminar series „100 Years of Public Law” and spoke very memorably on his own biography and on “change through rapprochement” in the context of Willy Brandt’s Ostpolitik. His testimony enabled many, especially younger colleagues at the Institute, to gain an insight into the biographical experiences that had shaped his work in academia and legal practice.

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In an interview with Philipp Glahé and Robert Stendel as part of our MPIL100 Conversation series in January 2025, Frowein spoke about his time at the Institute as a research fellow and as a director, and about the historical events he witnessed at close quarters – from advising on treaty negotiations in Moscow and Warsaw to working with the European Commission for Human Rights. As always, he was filled with pride and satisfaction at the early success and political influence of his postdoctoral thesis, Das de-facto Regime im Völkerrecht (“The De Facto Regime in International Law”)[2], on the German Ostpolitik and the steps towards détente. In the conversation, he also reflected on the crossovers between academia, politics, and diplomacy and described the jurisprudential debates during his time as a postdoctoral researcher at the Institute, where his later influential theses were initially received controversially. At the beginning of the interview, when the 91-year-old emeritus professor has a surprise ‘encounter’ with his younger self as a 32-year-old research fellow in the radio feature produced by Marianne Grewe for Hessischer Rundfunk in 1966, facets of an immensely multi-dimensional scholar emerge that will remain in our memories for a long time to come.

Institute Director Jochen Frowein in his office, 1985[3]

As a central protagonist in the history of this Institute, Jochen Abr. Frowein is frequently mentioned in the posts on this blog:

In his contribution on the protection of fundamental rights in the European Communities, Frank Schorkopf describes Frowein’s co-authorship of the Vedel Report, which in 1972 offered a “perceptive, analytical assessment of the institutional framework of the Communities” along with comprehensive proposals for parliamentarisation. Towards the end of his term as director of the Institute, Jochen Frowein served as one of the ‘three wise men’ whose report of September 2000 ended the ‘Causa Austria’, the diplomatic sanctioning of Austria for the FPÖ’s participation in government. This “almost impossible mission” of the “three wise men”, as described by Constanze Jeitler, brought the Institute to the attention of the international media and marked an important step in European constitutional development.

Jochen Frowein, 1985[4]

Jochen Frowein served as counsel for the German government before the International Court of Justice in the case of Liechtenstein v. Germany, as Karin Oellers-Frahm describes in her contribution on the Institute and international jurisdiction. He was also involved in the case of Cameroon v. Nigeria and delivered Albania’s legal opinion in the advisory proceedings on the independence of Kosovo.

Robert Heuser recalls that Jochen Frowein, together with his wife Lore, took part in the Institute’s first trip to China in April 1986.

These are just a few highlights to illustrate the lifelong ties between Jochen Frowein and the MPIL. Reading, listening, and watching may reveal many more facets of a lasting and formative symbiosis between person and institution, in which there is still much more to explore and discover for those studying international law and history.

We are delighted and grateful that Jochen Frowein himself has supported and accompanied this process of institutional review and reflective historicisation with commitment and expertise – and with the meticulously critical intellectual openness that characterised him until the end.

Translation from German: Sarah Gebel

***

[1] Photo: MPIL.

[2] Jochen Abr. Frowein, Das de facto-Regime im Völkerrecht. Eine Untersuchung zur Rechtsstellung ‘nichtanerkannter Staaten’ und ähnlicher Gebilde, Cologne: Heymann 1968.

[3] Photo: MPIL.

[4] Photo: MPIL.

MPIL100 – Beginn einer Spurensuche

MPIL100 – Beginnings of an Exploration

Deutsch

Am Anfang steht in der Wissenschaft oft ein Zufall. Oder, um genauer zu sein: ein Moment der serendipity, jener glücklichen Gelegenheit, die im scheinbar absichtslosen Zusammenfallen von Konstellation und Ereignis Erkenntnis ermöglicht und hervorbringt. Im Winter 1924/25 kam es für die Völkerrechtswissenschaft zu so einem Glücksfall. Viktor Bruns, seit 1912 Professor für Staats- und Völkerrecht an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, hatte, so notierte es seine Frau Marie später in ihrem Tagebuch, „in den vergangenen Jahren oft und reiflich den Plan eines deutschen Lehrbuchs für Völkerrecht erwogen“. Er las Bücher und Broschüren, „ließ sich von Frau Wolff und juristischen Assistenten oder Studenten über den Inhalt von Büchern berichten, damit er nicht alles selbst durchlesen mußte“. Bald schon sei ihm aber klar gewesen, dass es für den Gesamtüberblick, der ihm vorschwebte, mehr brauchen würde als ein paar kluge und fleißige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nötig war: ein Institut. Einige Wochen vor Weihnachten, so schildert es Marie Bruns, ließ er diesen Gedanken beiläufig in ein Gespräch mit Friedrich Glum, dem Generaldirektor der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, einfließen. „Sofort nahm ihn Glum sehr lebhaft auf. ‚Das ließe sich aber sehr gut machen‘, so der einflussreiche preußische Wissenschaftsmanager; „voriges Jahr hat unsere Gesellschaft zu viel Geld bewilligt bekommen. Den Überschuß können wir für Ihr Institut verwenden. Aber wir müssen rasch handeln, denn sonst kommen uns andere mit törichten Unternehmungen zuvor. Da wird z.B. ein Institut für Theaterkunde geplant – was hat das für einen praktischen Nutzen?‘“

So also hat, wenn man der eifrigen Chronistin Marie Bruns trauen darf, an einem Wintertag in den mittleren, den oft verklärten “goldenen Jahren” der Weimarer Republik, alles begonnen. Natürlich waren noch einige Kämpfe zu bestehen. Es brauchte Verbündete in Wissenschaft und Politik und ein tatkräftiges advance team, angeführt von Marguerite Wolff, „Hausfrau des neuen Instituts“ und zugleich mit einem juristischen Referat betraut. Es brauchte eine Gründungsgruppe mit Bibliothekar und Bibliothekarin, fünf Assistenten und fünf Sekretärinnen, die dem Direktor Bruns in den Institutsräumen im Berliner Schloss zur Seite standen. Doch das „Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht“, zu dem sich 1926 ein privatrechtliches Schwesterinstitut gesellte, war Realität geworden – ein juristisches Kompetenzzentrum ersten Ranges, gut ausgestattet mit Büchern, Zeitschriften, Dokumenten und klugen Köpfen. Ort der Grundlagenforschung und völkerrechtspolitischer think tank, Elfenbeinturm und Advokatur.

Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (MPIL), das seit 1949 in Heidelberg die Tradition der Berliner Gründung fortführt, kann 2024 auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Als Institution der Grundlagenforschung im Völkerrecht, im Recht der Europäischen Union und im vergleichenden öffentlichen Recht ist The Institute (oder auch: The Max Planck) weit über die deutschsprachige Rechtswissenschaft hinaus ein Begriff.  Über seine Auseinandersetzung mit aktuellen Rechtsproblemen leistet das MPIL nicht nur einen Beitrag zur theoretischen Fortbildung des Rechts, es berät auch nationale, europäische und internationale Institutionen. Im Laufe seiner Geschichte waren das Institut und seine Mitarbeitenden an wegweisenden juristischen und politischen Entwicklungen beteiligt und schrieben vielfach selbst (Rechts-) Geschichte. Gute Gründe also, um anlässlich des Jubiläums die historische Entwicklung des Instituts und seinen Beitrag in Wissenschaft und Praxis zu erinnern und zu reflektieren.

Geschichte als Problem? Zum historischen Wissensstand

Geschichte, so scheint es, war für das Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht immer ein Problem. Geschichte war Dissens, denn Geschichte, das war für das MPIL für lange Zeit die über allem schwebende Gretchenfrage um die Positionierung des Instituts und seiner Mitarbeiter zum „Dritten Reich“. Es hatte seinerzeit alles gegeben: überzeugte Bejaher, skeptische Beobachter, schweigende Ablehner und einen, der es wagte, unter Einsatz seines Lebens am Ende doch gegen das System aufzubegehren. Es gab die nach 1933 Ausgestoßenen und Verfolgten, es ab die nach 1945 als „belastet“ Geltenden und die rasch „Entlasteten“, es gab jene, die das Institut über alle Systemwechsel und Brüche hinweg am Leben hielten und verkörperten. Mitunter gab es gute Gründe zum Vergessen, Vieles verlor sich im Verlauf der Jahrzehnte jedoch eher nebenbei. Seit seiner Neugründung in Heidelberg 1949 schaute das Institut vor allem nach vorne, betrieb Rechtswissenschaft am Puls der Zeit, thematisierte sich selbst und seine Geschichte, wie die gesamte deutsche Gesellschaft seinerzeit, jedoch nur ungern.[1] Nicht die Vergangenheit stand im Vordergrund, sondern die großen Aufgaben der Gegenwart, die von der juristischen Begleitung des Wiederaufbaus der Bundesrepublik bis zur Westintegration reichten.

Dennoch haben sich immer wieder einmal Wissenschaftler mit der Geschichte des Instituts beschäftigt. An einer weitgespannten historiographischen Darstellung fehlt es aber bislang. Die wechselhafte Geschichte des Berliner KWI von 1924 bis 1945 ist mit Ausnahme eines Aufsatzes von Ingo Hueck aus dem Jahr 2000 praktisch nicht bearbeitet worden.[2] Rudolf Bernhardt und Karin Oellers-Frahm, selbst über Jahrzehnte wichtige Akteure der Institutsgeschichte, haben 2018 eine Chronik vorgelegt, die entlang direktoraler Forschungsagenden und Outputs die Institutsgeschichte seit der Wiedergründung in Heidelberg dokumentiert.[3]  Felix Lange hat mit seiner Biographie Hermann Moslers und diversen Einzelstudien erste wesentliche Beiträge geleistet.[4] Vieles aber war bislang unerforscht und unerzählt, viel ist verloren und verdrängt, viele sind vergessen.

Ein kritischer Blick in die Institution: Erinnerungskultur, Netzwerke und Kanonisierungsprozesse

Der Blog MPIL100 möchte hier ansetzen, historische Leerstellen identifizieren und füllen, aber auch weitere Fragen anregen. Er wird aktuelle Fachfragen der Forschungsfelder des MPIL in ihrer historischen Dimension neu denken, auch Akteurinnen und Akteure, die in den vergangenen 100 Jahren am Institut gewirkt haben, in den Blick nehmen. Von großer Bedeutung werden auch die formalisierten wie informellen Netzwerke des Instituts sein, lokal und national, europäisch und global. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf Erinnerungskultur und Kanonisierungsprozesse innerhalb des Instituts. Insbesondere sollen Personen wieder in den Fokus gerückt werden, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer religiösen oder politischen Orientierung, zumal durch Verfolgung im „Dritten Reich“, in Vergessenheit geraten sind. Sichtbar werden sollen aber auch die, die im Zuge der demokratischen Transition nach 1945 aus dem Institutskontext verschwanden. Hierbei wird eine große personelle Bandbreite abgedeckt, die auch Protagonistinnen und Protagonisten umfasst, die als nicht-wissenschaftliches Personal in der Verwaltung, Haustechnik oder Bibliothek das Institut teils über viele Jahrzehnte geprägt und seine wissenschaftliche Arbeit mitermöglicht haben.

Altes neu gelesen: disziplinengeschichtliche Aspekte

Aus der historischen Distanz möchten wir auch die Forschungsleistung des Instituts neu und kritisch würdigen. Dies betrifft die inhaltliche Vielfalt und Breite der Forschungsthemen der letzten hundert Jahre, die mit der Auseinandersetzung um den Versailler Vertrag 1924 beginnen, über den Völkerbund, das Kriegsrecht im Zweiten Weltkrieg, die europäische Integration in den 1950ern über die deutsche Wiedervereinigung bis zur Gründung der Europäischen Union reichen. Ob vergleichendes Verfassungsrecht, Völker– und Europarecht, Menschen-, Tier- und Umweltrechte – diese zahlreichen wissenschaftlichen Entwicklungen werden innerhalb ihres Entstehungs- und Wirkungskontextes nachvollzogen. Dies bezieht auch eine Untersuchung der Positionierung des Instituts und seiner Mitarbeitenden zu historisch „kritischen“ Themen und politischen Kontexten mit ein, wie die Haltung gegenüber dem „Dritten Reich“ und der Ideologie des Nationalsozialismus oder zur Kolonialisierung. Ein Zugriff hierzu kann die Auseinandersetzung mit den zahlreichen Veröffentlichungen und Editionen sein, die vom Institut verantwortet werden und wurden. Seit 1927 sind in den „Beiträgen zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht“ mehr als 300 Bände erschienen, seit 1929 hat die „Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht“ mehr als 80 Ausgaben herausgebracht. Beide sind die zentralen und langlebigsten Publikationsorgane und Spiegel der wissenschaftlichen Produktion des Instituts. Der Blog gibt Gelegenheit und Forum, diese Publikationen mit dem heutigen Blick und unseren Fragen an die Geschichte neu zu lesen und zu kommentieren.

Vom Fachaufsatz zum Tagebuch: die Quellen

Jenseits der wissenschaftlichen Publikationen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Quellen, die Aufschluss über die Geschichte des Instituts geben können. Im Zuge erster Recherchen wurden zahlreiche bislang unerschlossene Dokumente aufgefunden, die auf dem Blog erstmals wissenschaftlich untersucht werden. Hierzu zählen Rechtsgutachten und -auskünfte des Heidelberger Instituts, die Zeugnis geben von seiner rechtsberatenden Tätigkeit für Ministerien, Behörden und Gerichte. Akten zur Selbstorganisation (wie historische Personal- und Verwaltungsakten) ermöglichen sozialgeschichtliche Analysen der Mitarbeiterschaft des Instituts, Korrespondenzen und bislang verschollene Nachlässe bedeutender Institutspersönlichkeiten helfen bei der Rekonstruktion wissenschaftlicher Netzwerke. Nicht zuletzt neu aufgefundene Ego-Dokumente wie die Tagebuch-Aufzeichnungen von Marie Bruns eröffnen persönliche Perspektiven auf die Einrichtung und ihr wissenschaftliches Schaffen. Komplettiert wird dies durch eine Vielzahl überlieferter Fotografien und auch frühen Ton- und Filmaufnahmen, denen der Blog ein Forum bieten wird. Verbunden wird dies mit Interviews von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die ebenso auf dem Blog erscheinen sollen.

Ein Kaleidoskop der Perspektiven

MPIL100 möchte eine inklusive, dynamische und vernetzte Form der multiperspektivischen Historiographie und ihrer Vermittlung ermöglichen. Wir laden Forschende verschiedener Disziplinen ein, sich an unserem Projekt zu beteiligen. Aktive und ehemalige Angehörige des Instituts sind ebenso willkommen wie externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Unser Blog möchte bisherige Narrative und Deutungsweisen zur Arbeit und Geschichte des Instituts hinterfragen und setzt auf eine Vielzahl fachwissenschaftlicher und interdisziplinärer Perspektiven aus dem In- und Ausland. Um der offenen und global vernetzten Struktur des Instituts und seiner Vielsprachigkeit Rechnung zu tragen, werden die Beiträge des Blogs auf Deutsch und Englisch erscheinen, teilweise zusätzlich auf Spanisch und Französisch. Die Reflexion einer Institution und ihrer Akteure in der Zeit soll auch eine Auseinandersetzung mit heutigen Protagonistinnen und Bedingungen juristischer Wissensproduktion anregen und ermöglichen. Dazu laden wir ein und freuen uns auf engagierte Beitragende und ein lesefreudiges Publikum.

 

[1] Hermann Mosler, Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, in: Heidelberger Jahrbücher XX (1976), 53-78.

[2] Ingo Hueck, Die deutsche Völkerrechtswissenschaft im Nationalsozialismus. Das Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Hamburger Institut für Auswärtige Politik und das Kieler Institut für Internationales Recht, in: Doris Kaufmann (Hrsg.), Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Bestandaufnahme und Perspektiven der Forschung, Göttingen 2000, Bd. 2, 490-528.

[3] Rudolf Bernhardt/ Karin Oellers-Frahm, Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Geschichte und Entwicklung von 1949 bis 2013 (Berlin, Heidelberg: Springer 2018). Ferner: Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) / Kaiser-Wilhelm- / Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, in: Eckart Henning/ Marion Kazemi (Hrsg.), Handbuch zur Institutsgeschichte der Kaiser-Wilhelm- /Max-Planck-Gesellschaft Zur Förderung der Wissenschaften 1911– 2011. Daten und Quellen, Bd. 2, (Berlin: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft 2016), 1619-1645.

[4] Felix Lange, Praxisorientierung und Gemeinschaftskonzeption. Hermann Mosler als Wegbereiter der westdeutschen Völkerrechtswissenschaft nach 1945 (Berlin, Heidelberg: Springer 2017). Ferner u.a. Ders., Carl Bilfingers Entnazifizierung und die Entscheidung für Heidelberg – Die Wiederbegründung des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht nach 1945, ZaöRV 74 (2014), 697-732; Ders. Kolonialrecht und Gestapo-Haft. Wilhelm Wengler 1933-1945, ZaöRV 76 (2016), 633-659; Ders., Between Systematization and Expertise for Foreign Policy – The Practice-Oriented Approach in Germany’s International Legal Scholarship (1920-1980), European Journal of International Law 28 (2017), 535-558; Ders., Zwischen völkerrechtlicher Systembildung und Begleitung der deutschen Außenpolitik – Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (1945-2002), in: Thomas Duve/Jasper Kunstreich/Stefan Vogenauer (Hrsg.), Rechtswissenschaft in der Max-Planck-Gesellschaft 1948-2002, Göttingen 2023, 49-90.

Suggested Citation:

Philipp Glahé/Alexandra Kemmerer, MPIL100 – Beginn einer Spurensuche, MPIL100.de, DOI: 10.17176/20231114-233459-0

Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0 DEED

 

English

Science often begins with a coincidence. Or more precisely: a moment of serendipity, that happy opportunity that enables and produces knowledge in the seemingly unintentional coincidence of constellation and event. In the winter of 1924/25, such a stroke of luck occurred for international law scholarship. Viktor Bruns, Professor of Constitutional and International Law at the Friedrich Wilhelm University in Berlin since 1912, had, as his wife Marie later noted in her diary, “often and carefully considered the plan for a German textbook on international law in recent years”. He read books and brochures, “had Mrs. Wolff and legal assistants or students tell him about the contents of books so that he didn’t have to read through everything himself”. However, he soon realised that it would take more than a few clever and hard-working employees to achieve the overall vision he had in mind. What was needed was an institute. A few weeks before Christmas, according to Marie Bruns, he casually let this idea slip into a conversation with Friedrich Glum, the Director General of the Kaiser Wilhelm Society, which was founded in 1911. “Glum immediately took it up very enthusiastically. “But that could be done very well”, said the influential Prussian science manager; “last year our society was granted too much money. We can use the surplus for your institute. But we must act quickly, otherwise others will beat us to it with foolish endeavours. For example, an institute for theatre studies is being planned – what is the practical use of that?”.

If we can trust the zealous chronicler Marie Bruns, then this is how it all began on a winter’s day in the mid, often romanticised “golden” years of the Weimar Republic. Of course, there were still some battles to be fought. Allies were needed in science and politics and an effective advance team, led by Marguerite Wolff, “housewife of the new institute” and simultaneously in charge of a legal department. It took a founding group with a librarian, five assistants and five secretaries to support Director Bruns in the institute’s rooms in the Berlin Palace. But the “Institute for Foreign Public Law and International Law”, which was joined by a sister institute of private law in 1926, had become a reality – a first-class centre of legal expertise, well equipped with books, journals, documents and bright minds. A centre for basic research, a think tank for international law, an ivory tower, and an advocacy office.

The Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law (MPIL), which has been continuing the tradition of the Berlin foundation in Heidelberg since 1949, can now look back on 100 years of history. As an institution for basic research in international law, European Union law and comparative public law, the Max Planck is recognised far beyond the German-speaking legal community.  By analysing current legal problems, the MPIL not only contributes to the theoretical development of law, but it also advises national, European, and international institutions. Throughout its history, the Institute and its staff have been involved in pioneering legal and political developments and have often made (legal) history themselves. Thus, there are ample reasons to commemorate and reflect on the historical development of the institute and its contribution to science and practice on the special occasion of the anniversary.

History as a problem? The state of historical knowledge

History, it seems, has always been a problem for the Institute for Comparative Public Law and International Law. History was a matter of dissent, because for a long time, history was the overriding issue for the MPIL regarding the positioning of the institute and its staff in relation to the “Third Reich”. In those times, everything was represented: convinced supporters, skeptical observers, silent rejecters, and someone who finally dared to rebel against the system at the risk of his life. There were those who were expelled and persecuted after 1933, there were those who were deemed “incriminated” after 1945 and those who were quickly “exonerated”, there were those who kept the institute alive and embodied it through all system changes and disruptions. Sometimes there were good reasons to forget, but many things were lost in passing over the decades. Since its re-establishment in Heidelberg in 1949, the Institute has primarily looked to the future, pursuing jurisprudence at the pulse of the times, but was reluctant to address itself and its history, as was German society as a whole at the time. [1]  The focus was not on the past, but on the major tasks of the present, which ranged from legal support for the reconstruction of the Federal Republic of Germany to the process of Western integration.

Nonetheless, scholars have repeatedly studied the history of the institute. To date, however, a wide-ranging historiographical account has been lacking. With the exception of an essay by Ingo Hueck from the year 2000, the eventful history of the Berlin KWI from 1924 to 1945 has hardly been dealt with.[2] Rudolf Bernhardt and Karin Oellers-Frahm, who themselves played an important role in the history of the institute for decades, published a chronicle in 2018 that documents the history of the institute since its re-founding in Heidelberg along directorial research agendas and outputs.[3]  Felix Lange paved the way with his biography of Hermann Mosler and various individual studies.[4] Yet a great deal has remained unexplored and untold, much has been lost and suppressed, and many have been forgotten.

A critical look at the institution: Culture of remembrance, networks and canonisation processes

The MPIL100 blog aims to take this opportunity as a starting point, to identify and fill historical gaps, but also to stimulate further questions. It will rethink current issues in the MPIL’s fields of research in their historical context and also look at the protagonists who have worked at the institute over the past 100 years. The Institute’s formal and informal networks will be of great importance. Particular attention will be paid to cultures of remembrance and canonisation processes within the Institute. Individuals who were previously overlooked due to their gender, origin, religious, or political orientation (in particular those who were persecuted in the “Third Reich”) are brought back into focus. But also those who disappeared from the context of the institute in the course of the democratic transition after 1945 should become visible. In this process, a wide range of persons shall be covered, including actors who, as non-academic staff in the administration, building services, or the library, have shaped the institute, in some cases over many decades, and helped to make its academic work possible.

A new reading of the old: aspects of disciplinary history

With the benefit of historical distance, we would also like to take a fresh and critical look at the Institute’s research achievements. This concerns the diversity and breadth of the research topics of the last hundred years, which begin with the dispute over the Treaty of Versailles in 1924 and extend to the League of Nations, martial law in the Second World War, European integration in the 1950s, German reunification, and the founding of the European Union. Whether comparative constitutional law, international and European law, human, animal, and environmental rights – these numerous academic developments are traced within the context of their origins and impact. This also includes an examination of the positioning of the Institute and its staff on historically critical topics and political contexts, such as the attitude towards the “Third Reich” and the ideology of National Socialism or colonialism. Access to these topics can be gained by analysing the numerous publications and editions for which the Institute is and was responsible. Since 1927, more than 300 volumes have been published in the “Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht“, while the “Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht” has brought out more than 80 issues since 1929. Both encompass the central and longest-running publication organs and with this are a reflection of the Institute’s academic production. The blog provides an opportunity and forum to re-read and comment on these publications with today’s perspective and our questions about history.

From technical essay to diary: the sources

In addition to the academic publications, there are a wide range of other sources that can shed light on the history of the institute. During initial research, numerous previously unexplored documents were discovered, which are being scientifically analysed for the first time on this blog. These include legal opinions and information from the Heidelberg Institute, which bear witness to its legal advisory activities for ministries, authorities, and courts. Files on self-organisation, such as historical personnel and administrative files, enable socio-historical analyses of the Kaiser Wilhelm Institute’s staff, while letters and previously lost archives of important Institute personalities help to reconstruct scientific networks. Last but not least, first-person documents such as Marie Bruns’ diary entries and other autobiographical reflections by former members of the Institute open up personal perspectives on the Institute and its scholarly work. This is complemented by a large number of surviving photographs and early sound and film recordings, which the blog will provide a forum for. These will be combined with interviews featuring historical witnesses, which will also appear on the blog.

A Kaleidoscope of Perspectives

MPIL100 aims to facilitate an inclusive, dynamic, and interconnected form of multi-perspective historiography and its transmission. We invite researchers from various disciplines to participate in our project. Active and former members of the Institute are just as welcome as external researchers. Our blog aims to question existing narratives and interpretations of the Institute’s work and history and draws on a variety of academic and interdisciplinary perspectives from Germany and abroad. In order to take account of the open and globally networked structure of the Institute and its multilingualism, the blog posts will appear in German and English, and in some cases also in Spanish and French. Reflecting on an institution and its protagonists over time should also stimulate and enable a discussion of today’s actors and conditions of legal knowledge production. We invite you to participate and look forward to welcoming committed contributors and an eager audience.

Translation from the German original: Áine Fellenz

 

[1] Hermann Mosler, ‘Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht‘, Heidelberger Jahrbücher XX (1976), 53-78.

[2] Ingo Hueck. ‘The Discipline of the History of International Law’, JHIL 3 (2001), 194-217.

[3] Rudolf Bernhardt and Karin Oellers-Frahm, Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Geschichte und Entwicklung von 1949 bis 2013 (Berlin, Heidelberg: Springer 2018). Furthermore: Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) / Kaiser-Wilhelm- / Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, in: Eckart Henning and Marion Kazemi (eds.), Handbuch zur Institutsgeschichte der Kaiser-Wilhelm- /Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1911- 2011. Daten und Quellen, vol. 2, (Berlin: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft 2016), 1619-1645.

[4] Felix Lange, Praxisorientierung und Gemeinschaftskonzeption. Hermann Mosler als Wegbereiter der westdeutschen Völkerrechtswissenschaft nach 1945 (Berlin, Heidelberg: Springer 2017). Also, inter alia, Idem, Carl Bilfingers Entnazifizierung und die Entscheidung für Heidelberg – Die Wiederbegründung des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht nach 1945, HJIL 74 (2014), 697-732; Ders. Kolonialrecht und Gestapo-Haft. Wilhelm Wengler 1933-1945, HJIL 76 (2016), 633-659; Idem, Between Systematisation and Expertise for Foreign Policy – The Practice-Oriented Approach in Germany’s International Legal Scholarship (1920-1980), EJIL 28 (2017), 535-558; Idem, Zwischen völkerrechtlicher Systembildung und Begleitung der deutschen Außenpolitik – Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (1945-2002), in: Thomas Duve/Jasper Kunstreich/Stefan Vogenauer (eds.), Rechtswissenschaft in der Max-Planck-Gesellschaft 1948-2002, Göttingen 2023, 49-90.

Suggested Citation:

Philipp Glahé/Alexandra Kemmerer, MPIL100 – Beginnings of an Exploration, MPIL100.de, DOI: 10.17176/20231114-233459-0

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